Blasi

Almen in Siebenbürgen

Blasi in Almen

 

Blasi in Almen 1984

 

Der Blasi war der größte Festtag
der Almer Kinder. Mit Ausnahme
von ein paar Jahren nach Kriegsende,
wurde in Almen der Blasi am
2. Februar abgehalten.
Benannt ist der Tag nach dem heiligen
Blasius, dem Schutzpatron der Kinder,
der im 4. Jahrhundert als Märtyrer
gestorben sein soll. Auf den Blasi ging
jeder Junge mit einem an die Kopfbe-
deckung angenähten Strauß,
der aus
Papierblumen hergestellt war und den
er von dem Mädchen erhalten hatte,
dem er Palmsamstag einen " Donnenost"
(Tannenast) getragen hatte.

 

                                Brauchtumsaufzeichnung

       Bis Ende des 19. Jahrhunderts ist in Almen das Blasilied gesungen worden.
Es  wurde von Rektor Michael Eitel aufgezeichnet, der von 1859 an fast40 Jahre
dort als Rektor wirkte. Wenn der Blasiustag - der 3. Februar- herankam, wurde das
Lied neu eingeübt.  Am ersten Februar zogen die Knaben mit 2-3 Bratspießen zum
anstecken des erhaltenen Fleisches sowie einiger "Zicker" für Schmalz und Eier von
Haus zu Haus singend und unter den Liedern jedesmal das Blasilied wiederholend:

    Auf Brüder kommet frisch heran,
    ein Blasiuslied zu singen.
    Ein jeder singe was er kann,
    laßt eure Stimme klingen.


    Nach hergebrachtem alten Brauch,
    nach unserer Väterweise,
    so machen wir es heute auch
    in unserm Knabenkreise.


    Wir gehen heut' von Haus zu Haus,
    so wie's die Alten machten.
    Wir lassen keinen Bürger aus,
    man darf uns nicht verachten.


    Seht, dieser Tag soll unser sein!
    O reicht uns eine Gabe,
    daß wir uns unsrer Kindheit freu'n,
    daß Herz und Mund sich labe.


    Wir bitten gebt was Euch gefällt,
    nicht viel, nicht goldne Kronen.
    Ein Stückchen Fleisch, zwei Kreuzer Geld,
    Gott wird es Euch belohnen.


    Und wäre es nur ein Hühnerei,
    wir nehmen es an mit Freuden
    doch sei ein Löffel Schmalz dabei,
    dann woll'n wir dankbar scheiden.

Nach erhaltener Gabe wird noch gesungen:

    Habt Dank, lebt wohl, auf Wiedersehen,
    erhalt'  Euch Gott das Leben.
    Wir wollen auch zum Nachbar gehen,
    der wird uns auch was geben.


Die gesammelten Gaben brachten die Knaben in's Blasihaus, das jährlich
wechselte. Die Blasimutter kochte von dem Gesammelten für den ersten Abend
ein Kraut, zu dem jeder Knabe am Morgen des 2. Februar eine Schüssel geschnittenes
Kraut mit einem Stück  Fleisch brachte. Der Blasi dauerte vom Abend des 2. Februar
bis in die Nacht des 3. Februar. Für den zweiten Abend wurde eine "Kächen" gekocht.
An den Mahlzeiten nahmen die Mädchen im Nachbarhaus teil.
Die Zeit wurde mit Tanz, Spiel und Gedichtevortragen ausgefüllt.
                                                                                               Vjschr. 1933/342-f

                                              Aufgezeichnet, Januar 1982

 

 


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